Steirisch-badisches Musikantentreffen sorgt für Unterhaltung
Pfinztal. Die kleine Veranstaltungsreihe des Harmonikarings Berghausen ist bekannt für unterhaltsame Live-Musik in einem besonderen Rahmen. Am Samstagabend hat in diesem Reigen ein steirisch-badisches Musikantentreffen stattgefunden. Dem Thema entsprechend war die Tischdekoration in den badischen und österreichischen Farben gehalten, und auf der Speisekarte vereinten sich Leckereien aus beiden Regionen.
Sehr zur Erleichterung der Verantwortlichen war die Kulturhalle gut gefüllt. „Bei dieser Hitze hätte man verstehen können, wenn niemand aus dem Haus gehen will“, sagte Moderatorin Monika Hattemer augenzwinkernd. Sicherlich hat niemand sein Kommen bereut. Gemäß dem Motto „Soundkistn“, das an einen Sandkasten erinnert, erlebten die Gäste einen äußerst vergnüglichen Abend, ausgelassen und fröhlich, und nicht zuletzt mit Harmonikaspiel auf höchstem Niveau.
Im Mittelpunkt des Programms stand der weltweit renommierte Meister der diatonischen Harmonika, Jakob Steinkellner aus Oberösterreich. Nach einem ganztägigen Workshop, bei dem er rund 20 Freunde der Steirischen Harmonika aus dem weiteren Umkreis in die Grundzüge der alpenländischen Musik eingewiesen hatte, präsentierte der Ausnahmekönner abends dem begeisterten Publikum kleine Kostproben seines Repertoires. Unter tosendem Applaus hüpfte er munter auf die Bühne. Er freue sich „narrisch“, hier zu sein, sagte er. Sein Barfuß-Auftritt wurde später von den Aktiven des Gastgebervereins übernommen.
In seinem Spiel verbindet Steinkellner spitzbübischen Charme und ansteckende Lebensfreude mit ausdrucksstarker Dynamik und Virtuosität. Er sehe sich „zwischen Innovation und Tradition“. So zeigte er in sechs Stücken ein breites Spektrum des volkstümlichen Instruments, von der klassischen Polka bis zum verträumten Walzer, teilweise mit Pop-Elementen oder Anklängen an die Balkan-Folklore vermischt, stets emotional, gestenreich und mit traumwandlerischer Sicherheit vorgetragen.
Das Erste Akkordeonorchester des Harmonikarings umrahmte mit zwei Blöcken die Beiträge des prominenten Gastes und heizte die Stimmung weiter an, temperamentvoll und mit vollem Körpereinsatz geleitet von Ralf Schwarzien. Das badische Ensemble ließ dabei nicht nur rote Rosen regnen und beschränkte sich auch keineswegs auf die heimischen Gefilde, sondern legte musikalisch weite Strecken zurück. Feurige Rhythmen prägten sowohl die südamerikanische Rumba „Tico Tico“ als auch zwei Beiträge aus Afrika, den gleichnamigen Toto-Hit und den Anti-Apartheid-Song „Gimme Hope Jo’anna“. Nach Norden entführten die größten Erfolge des schwedischen Pop-Duos Roxette sowie die Tulpen aus Amsterdam in einer ungewohnt fetzigen Version. Bei Alvaro Solers Ohrwurm „Magia“ animierte der Dirigent die Zuhörer zum Mitsingen. Bei der unvermeidlichen Zugabe gesellte sich der steirische Stargast zum Orchester. Die böhmische Polka „Rosamunde“ bildete den krönenden Abschluss des Konzerts. (BNN: Werner Breitenstein)

