Harmonikaring präsentiert „geistreiche“ und „geisterreiche“ Stücke.
Voller Ideen ist der Harmonikaring auch mit 65 Jahren. Dies zeigen Eigenschaften wie einfallsreich, gehaltvoll, talentiert und witzig. Beim Jahreskonzert bündelte der „eiserne“ Kulturverein diese Tugenden unter der Überschrift „geistreich“. Der Blick auf die Programmzusammenstellung verriet den Besuchern in der TSV-Halle auch, dass die Komponente „geisterreich“ beim Melodienmix berücksichtigt wurde.
Für die musikalisch Verantwortlichen Ralf Schwarzien und Gerhard Girrbach ist klar: Das Akkordeon ist alles andere als verstaubt. Den Beweis traten fünf Formationen an und machten die Vielseitigkeit des Handzuginstruments bei Soli wie auch als Orchester deutlich. Den Hinweis „Sie werden heute hören, dass dem Akkordeon das weithin anhängende Volksmusik-Image beim HRB mitnichten gerecht wird“ verband der Vorsitzende Dieter Hattemer mit der Begrüßung.
Mit den Anfangszeilen aus Goethes „Zauberlehrling“ machte Moderatorin Monika Hattemer den Weg frei für das Schülerorchester mit der „Begegnung mit drei alten Geistern“. Zuständig für gruselige Unterhaltung war das Jugendorchester mit „Eine Nacht in Castle Hill“. Danach gab’s ein Ständchen zum 50. Geburtstag von Ralf Schwarzien.
An der Spitze der Nachwuchsarbeit des HRB steht das Jugend-Ensemble. Als Landessieger Baden-Württemberg und Platz sieben beim Deutschen Akkordeon-Musikpreis haben Laura Friedel, Nadine Gatzke, Eva und Julia Gäßler und Sandra Giepmann beachtliche Erfolge erspielt. Mit „Ouvertüre über zwei finnische Themen“ zeigte das Quintett Leistungsstärke.
Den Geist der guten alten Zeit rief das Oldie-Orchester mit „Veronika, der Lenz ist da“ und dem französischen Volkstanz „Flair de Musette“ aus dem 19. Jahrhundert.
Einer großen Reise glich die Stückeauswahl des 1. Akkordeonorchesters. Auf „Balkan-Impressionen“ folgte ein Abstecher nach Schweden samt Begegnungen mit Naturgeistern bei „Bergakungen – Trollflickans dans“. Das Melodien-Medley aus „My fair Lady“ machte den Sprung in die USA vonnöten, wo das Musical (drei Jahre jünger als der HRB) in New York uraufgeführt zum Evergreeen avancierte. Zurück nach Deutschland ging es mit „A soulful Celebration: Haendels Messias“ und dem Gesangsquartett Eva, Julia, Markus und Swaantje sowie Johannes Sieber (E-Piano). Das „Lass uns leben“ als Finale schloss auch den weiteren Weg des HRB mit ein. (Foto: privat)
Kerwe: Wie es bei der HRB-Kerwe war, lesen Sie bald hier.
